Drei Prozent Plus für deutsche Wirtschaft
Wiesbaden, 11. Januar 2011 – Ungeachtet der Finanzkrise hat die deutsche Wirtschaft im Jahr 2011 zugelegt: Ein Plus von drei Prozent meldete das Statistische Bundesamt beim realen Bruttoinlandsprodukt (BIP). Damit setzte sich der konjunkturelle Aufholprozess der deutschen Wirtschaft auch im zweiten Jahr nach der Wirtschaftskrise fort. Der Aufschwung wurde vor allem durch die hohen Investitionen gestützt, die bei der Maschinenausrüstung um 8,3 Prozent und bei Bauten um 5,4 Prozent zunahmen. Der wirtschaftliche Aufschwung fand dabei hauptsächlich in der ersten Jahreshälfte statt. 2010 hatte die Wirtschaft um 3,7 Prozent zugelegt, im Krisenjahr 2009 wurde mit einem Minus von 5,1 Prozent die stärkste Rezession in der Nachkriegszeit verzeichnet.
Das Plus in der Wirtschaft spiegelt sich auch in den verringerten Zahlen von Unternehmensinsolvenzen wider. Der Wirtschaftsinformationsdienst Bürgel meldet für das Gesamtjahr 2011 einen Rückgang von 6,2 Prozent. Insgesamt wurden 30 294 Firmen in Deutschland zahlungsunfähig. Für das Jahr 2012 geht die Auskunftei von einem weiteren Rückgang von nur einem Prozent gegenüber 2011 aus. In den vergangenen zehn Jahren wurden nur im Jahr 2007 (29 160 Insolvenzen) weniger Firmenpleiten verbucht. Jede vierte Unternehmensinsolvenz vollzog sich in diesem Jahr mit 6 786 Fällen in Nordrhein-Westfalen. Als einziges Bundesland sind damit in NRW die Zahlen um 3,6 Prozent (6 548 Insolvenzen) gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Besonders betroffen waren die Kreise Olpe (48,3 Prozent), die Stadt Bonn (41,4 Prozent) sowie der Kreis Lippe (30,7 Prozent).
Die Ursachen für die Zahlungsunfähigkeit, so der Wirtschaftsinformationsdienst, lägen in ausbleibenden Aufträgen, Stornierungen oder dem Dominoeffekt, dass zahlungsunfähige Firmen weitere Unternehmen mit in die Insolvenz reißen. Rund 20 Prozent der insolventen Unternehmen seien von diesem Dominoeffekt betroffen.