ProAsset
Die fehlende Finanzierung für ein Projektgeschäft, bedeutet das vorläufige Aus für das erste Unternehmen von Nenad Peric. Doch der 40 jährige Unternehmer gab nicht auf. Zusammen mit der Unternehmensberatung mbb [consult] optimierte er sein Geschäftsmodell, stellte ein nachhaltiges Finanzierungskonzept auf und ging ein Jahr später mit der ProAsset Industry Solution wieder an den Start. Die Berater von mbb [consult] überzeugte das Konzept, so dass sie bei der Entlohnung ihrer Dienstleistung ein kreatives Modell entwickelten: Sie tauschten Beratungstätigkeiten gegen Anteile des neuen Unternehmens.
Gegenstände, die nicht mehr gebraucht werden, kommen in den Keller. Was im Privaten gilt, führen auch viele Unternehmer durch. Dabei können abgeschriebene Maschinen oder Werkzeuge noch wertvolle Cash-Beiträge liefern. Nenad Peric machte aus dieser Idee ein Geschäftsmodell. Sein Start-up-Unternehmen ProAsset kauft komplette Einrichtungen von Industrie- und Handwerksbetrieben auf. Der Vorteil für den Verkäufer, anders als bei Aktionshäusern oder Industrieverwertern werden die Güter vor Ort begutachtet und er erhält direkt sein Geld.
„Ich habe inzwischen ein Gefühl für Werte bekommen, die niemand mehr braucht. Ich hole die altgedienten aber immer noch qualitativ hochwertigen Maschinen aus der Abstellkammer und mache aus dem nutzlosen Betriebsvermögen Liquidität“, erklärt Peric sein Erfolgsrezept. Seine Kunden sind mittelständische Industriekunden, die einen Standort aufgeben, sich von einzelnen Produktionsteilen trennen oder in die Insolvenz gegangen sind. In dieser Phase stehen die Unternehmen vor der unlösbaren Aufgabe ihre Werkzeuge oder Maschinen wie Gabelstapler, Werkbänke oder Kompressoren in kurzer Zeit zu veräußern. Selbst für einen erfahrenen Facility-Manager ist es schwer, die Ware rechtzeitig an den Mann zu bringen, denn meist muss erst ein Markt geschaffen werden.
Werden sich Verkäufer und ProAsset über den Kaufpreis einig, beginnt die akribische Arbeit für Peric. Bis zu 3.000 Artikel werden katalogisiert und für Werbemaßnahmen vorbereitet: Internet, Zeitungsanzeigen oder Radiospots sollen die Käufer anlocken. „Besonders Handwerker und Kleinunternehmen kaufen lieber ein gutes gebrauchtes Werkzeug, als ein neuer Billigimport aus fernen Ländern. Made in Germany zählt hier ganz besonders“, weiß der Unternehmer aus Geldern. Maximal drei Monate Zeit hat Peric für die Asset-Verwertung, dann übergibt er die Halle besenrein an den Kunden.
Zwölf bis 20 Projekte will ProAsset im ersten Geschäftsjahr durchführen. In fünf Jahren strebt Geschäftsführer Peric einen Jahresumsatz von fünf Millionen Euro an. Unternehmergeist treibe ihn an, doch beim Controlling und der Ermittlung von Finanz-Kennzahlen greift er auf das Know-how der mbb [consult] zurück. Zu Beginn der Zusammenarbeit prüften die Düsseldorfer Berater das Business Modell und das Finanzierungskonzept auf Herz und Niere. Nach der Planplausibilisierung erfolgte die Suche nach Investoren. „Die meisten Banken haben abgelehnt, da sie die Betriebseinrichtungen nicht realistisch bewerten konnten. Der Wert einer gebrauchten Bohrmaschine ist schwer zu beziffern – zu mindestens für Kreditinstitute“, erklärt Bozidar Radner, Partner der mbb [consult]. Private Geldgeber konnte die mbb [consult] von dem nachhaltigen Konzept sicher überzeugen. Darüber hinaus begleiten die Berater das neue Unternehmen mit wöchentlichen Standardreportings und individuellen, monatlichen Review-Gesprächen. „Wenn etwas nicht nach Plan läuft, können wir in diesen Meetings schnellst möglich eingreifen und Korrekturmaßnahmen aufsetzen. Damit biete ich meinen Anteilseigner eine hohe Sicherheit“, erklärt Nenad Peric.
